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Ehemaliges Wasserkraftwerk mit Umspannwerk in Büren (Westf.), kurz vor dem Abriss (Januar 1984)


Das Wasserkraftwerk befand sich im Anbau, im großen Gebäude dahinter war ein Umspannwerk                                   (Bild von 1983)
mit Transformatoren und Schaltanlagen.
                                                                                                                                                                                                                        


100 kVA Schwungrad-Generatoren des ehem. Wasserkraftwerks am Eselsweg in Büren (Westf.).                                           (Bild von 1983)
Beachtenswert ist der Balken, um den Generator zu blockieren.

1916 in Betrieb gegangen, lieferte das Kraftwerk Strom bis 1960.
Dann war das Umspannwerk zu klein und es wurde auf der anderen
Talseite ein neues Umspannwerk mit Bahnanschluss gebaut. Das alte Gebäude hatte keine Funktion mehr und
weil fossile Energie so
billig geworden war, wurde die voll funktionsfähige Wasserkraftanlage einfach mit stillgelegt.

Das Bild zeigt die Generatoren nach 23 Jahren Stillstand!

Technische Daten des 20 poligen Generators im Vordergrund lt. Typenschild:

Technische Daten der Erregermaschine:
Nr. 790489
110 Volt, 32 Ampere 3,5 kW Dauerleistung


Hier befanden sich die Anschlüsse der Transformatoren, die eine Etage tiefer standen.



Die stark demolierte Marmorschalttafel                                                                                                                                  (Bild von1983)


Es geht noch schlimmer, die Schalttafel ist vollständig zertrümmert, in der Erregermaschine fehlen die Kupferspulen.      (Bild von 1984)
Nichts erinnert mehr an den früheren Glanz der Maschinenhalle

1978 waren sogar noch die originalen Außenlampen erhalten, es gab aber schon damals keine intakte Fensterscheibe mehr.

Der Oberwassergraben war 1978 schon stark zugewachsen. Heute befindet sich dort ein Wanderweg. 
Nach der Stilllegung floss hier in den 1960er Jahren noch eine Zeit lang das Wasser bis zum Kraftwerk und wurde über einen
Leerschuss in den Unterwassergraben geleitet (im Bild unten rechts zu erkennen).
Das erklärt auch den Balken in den Speichen des Schwungradgenerators.
Das einzige noch erhaltene Relikt der Anlage ist eine Mauer zur Uferbefestigung gegenüber vom ehemaligen Leerschuss (s.u.).



 


Wer in der Lage ist, durch leichtes Schielen die beiden Bilder zur Deckung zu bringen, dem eröffnet sich ein großartiger räumlicher Eindruck
des Maschinenraumes, wenige Tage vor dem Abriss (Stereoeffekt).

Das Dach ist teilweise abgedeckt und das eindringende Regenwasser hat die Deckenverkleidung aufgelöst,
Die Marmorschalttafel ist vollständig demoliert, die Kupferwickelungen der Erregermaschinen abmontiert.


Das traurige Ende eines kleinen technischen Denkmals (Januar 1984)

Mit etwas Pflege und behutsamer Modernisierung könnte die Anlage heute noch laufen und im Jahr bis zu 1.000.000 kWh
Strom erzeugen.
Es gibt zahlreiche Beispiele, wo über 100 Jahre alte Wasserkraftwerke mit der originalen Maschinenausrüstung
noch in Betrieb sind.

In der WDR-Sendung Quarks & Co beschreibt Dr. Walters aus Brilon (auch bekannt als der "Wasserkraftdoktor") seine Begeisterung
für die lange Lebensdauer alte Generatoren und Kraftwerke, besonders ab Minute 3:40 in diesem Video.


Oder anderes Beispiel in Bamenohl an der Lenne (s.u.), so ähnlich hätte es in Büren heute noch aussehen können

Weitere Links zu 100 Jahre alten Wasserkraftwerken, die heute noch in Betrieb sind:

Wasserkraftwerke Raisdorf bei Kiel
Wasserkraftwerk Friedrichssegen an der Lahn
Wasserkraftwerk Steyrdurchbruch das ist ein gutes Beispiel für den Umgang mit historischer Technik
... und viele mehr